Es war einmal ein Vogelpaar,
Mit langem schwarzem Haar,
Die liebten sich schon lange,
Mit liebstem Vogelklange.
In Ihrer fliegenden Innigkeit,
Wurde es für ein Kind Zeit.

Als die Frau das Ei legte,
Ihren Nestplatz fein pflegte.
Richte sie sich ihr Neste,
Für ihr Kind nur das Beste.

Beide Eltern freuten sich über ihre Kind
Und vertrauten diesem schon fast blind,
Weil ihre Philosophie war:
Jedes Kind kommt schon klar.

Sie befanden es für richtig,
Und es war ihnen wichtig,
Dass sie das Kind wärmten
Und es früh fliegen lernte
Sie wollten für den Freiheitsdrang
Dass das Kind die Freiheit bekam.

Deshalb durfte das kleine,
Los, wie ohne Leine.
Er dürfte sogar bis Berlin,
Das neidete ihm ein Merlin.

Die Eltern waren trotzdem da,
Sie halfen ihm, das war ja klar.
Sie fütterten ihn aus Behältern
Nicht wie Helikopter Eltern
Sondern wie zutrauliche Elternteile
Die trauten ihrem Kind zu, es bleibe heile

Dann kam ein Vogel mit so ner Fresse
Das war wohl einer von der Presse
Er sah, wie das kleine Vogelkind
Aus dem Nest stürzte
Was seine Neugier würzte
und fotografierte geschwind
Auf seinem Bild sah man nun in Hysterie,
Wie ein hilfloses Kind am Boden schrie.

Am nächsten Tag postete er auf
Elster-gram und TikTakadu
Schaut euch diese Eltern an:
Das Kind ist so arm dran.
Sie wollen es nicht haben.
Diese Eltern sind Raben

Die Mutter sah dies und schämte sich
Der Vater wurde wütend und erregte sich
Als sie in die Zeit-Uhu-ng guckten
Und erstmal tief schluckten.

Was niemand sah, das war das Lieben,
Die elterliche Fürsorge blieb verschwiegen
Die beide Eltern waren drum sehr traurig,
Deshalb sag ich jedem von euch: trau dich.

Erzähl diese Geschichte,
Mach den Spuk zunichte,
Den die armen Raben
Nicht verdient haben.

Den Rabeneltern sind wunderbar,
Gehören in unsere bunte Schar,
Zu uns allen komischen Vögeln,
Man sollte da nicht pöbeln.

Stellt die Raben nicht auf eine schlechte Stuf.
Denn Rabeneltern sind besser als ihr Ruf.

Von Nicolai